Home arrow Senioren
 
Opus -Deckfreigabe für Fremdhündinnen PDF Drucken E-Mail

Die Verantwortung eines Deckrüdenbesitzers

 

Da es über die Verwendung von Opus als Deckrüde für Fremdhündinnen einige Diskussionen gab und noch geben wird, möchten wir an dieser Stelle einmalig und letztmalig ein kurzes Statement dazu abgeben:

 

Wir haben uns sehr gefreut, Opus erwerben zu können, da er mit seinen frischen Blutlinien und den fantastischen genetischen Werten eine Bereicherung für unsere Zucht darstellen könnte. Für uns war klar, dass wir diese Linie mit den Gesundheitswerten auch anderen Züchtern zu Verfügung stellen wollen, die gesamte Colliezucht kann eine Verbesserung der Gesundheitswerte im Bereich CEA und MDR1 dringend gebrauchen. Wir haben da vor allem an die Hündinnen gedacht, die MDR1-/- oder milde CEA haben. Für diese Hündinnen ist es schwer, einen passenden Partner zu finden, wenn man gesunde Welpen züchten  möchte. Im Sinne der genetischen Vielfalt ist es wichtig, auch diese Hündinnen trotz ihrer schlechteren Werte mit in die Zucht zu nehmen. Man kann einen Hund nicht nur nach seinen genetischen Werten bewerten, ein schönes Exterieur, interessante Blutlinien und vor allem ein freundliches, offenes Wesen sind Werte, die genauso viel wiegen.

Trotzdem darf man nicht das Ziel aus den Augen verlieren, von diesen Erbkrankheiten weg zu kommen und mit non-carriern zu arbeiten um die Zucht kurzfristig auf gesündere Beine zu stellen. Deshalb war es für uns keine Frage, Opus zu diesem Zweck auch anderen Züchtern zur Verfügung zu stellen.

 

Was wir nicht vorher gesehen haben, war die enorme Nachfrage nach Opus als Deckrüde. Es kamen Anfragen aus ALLEN deutschen Vereinen, das Telefon stand nicht mehr still und die Mailbox quoll über. Hätten wir allen Anfragen entsprochen, hätte Opus bis zum Sommer nächsten Jahres 12-15 Bedeckungen gehabt. Das war uns definitiv zuviel. Opus ist noch jung und hat hier in Deutschland noch keine Nachzucht. Es wäre unverantwortlich, den Rüden so stark einzusetzen, ohne zu wissen, wie er sich vererbt. Im Positiven, wie auch evtl. im Negativen. Von der genetischen Vielfalt mal ganz zu schweigen, denn ca. 100 Welpen innerhalb eines Jahres von ein und demselben Rüden würde einen Einfluss auf viele Blutlinien haben, es wäre schwer, später Zuchtpartner für seine Nachzucht zu finden, die NICHT mit ihm verwandt sind. Inzucht wäre Tür und Tor geöffnet—Nein, das ist für uns indiskutabel.

 

Daher hatten wir beschlossen, die Zuchtverwendung vorerst auf den CfAC zu beschränken. Nach einer Woche war klar, dass uns das auch nicht weiter bringen würde, da sich inzwischen fast jeder CfAC-Züchter mit mindestens einer Hündin für Opus angemeldet hatte. Die Anzahl von 10 Bedeckungen war schon wieder erreicht. Hinzu kam die Tatsache, dass einige Züchter mit Teilen der Deckbedingungen nicht glücklich waren. So oder so wurde das Ganze langsam zum Problem. Wir konnten und wollten aus bereits erwähnten Gründen Opus vorerst nicht so stark einsetzen, es blieb nur die Möglichkeit, einigen CfAC-Züchtern wieder abzusagen. Aber wem? Diese Züchter würden zu Recht fragen, warum ein anderer Opus bekommt, sie selber aber nicht. Sie sind ja nicht schlechtere Mitglieder, züchten genauso verantwortungsvoll und haben nicht schlechtere Hündinnen. Es wurde klar, über kurz oder lang würden wir einige Züchter enttäuschen müssen, Zwietracht und Unfrieden untereinander im Club wäre die Folge, das wäre der falsche Weg.

 

Also haben wir die unpopuläre Entscheidung getroffen, Opus NICHT für Fremdhündinnen zu Verfügung zu stellen, bis wir seine Nachzucht beurteilt haben. Wir werden ihn im kommenden Jahr bei verschiedenen US-Linien und bei deutschen Linien einsetzen und die Nachzucht in Ruhe prüfen und bewerten, wenn sie erwachsen ist. Wir warten  Wurfabnahmeprotokolle (evtl. Zahnfehlstellungen, fehlende Hoden, etc.) HD-Werte, Zahnwechsel, und Wesenstests ab, damit wir sicher sind, dass Opus sich gesund und typvoll vererbt, bevor wir ihn dann letztendlich Fremdhündinnen zur Verfügung stellen. Das scheint uns der einzig sichere und verantwortungsvolle Weg zu sein.

 

Leider mussten wir dadurch Deckzusagen für Opus wieder zurückziehen, es tut uns leid für die betroffenen Züchter, entschuldigen uns an dieser Stelle für entstandene Unannehmlichkeiten, hoffen aber auf Verständnis für unsere Entscheidung. Sie ist letztendlich auch in  Sinne dieser Züchter, denn keiner wäre scharf darauf festzustellen, dass seine Welpen von Opus plötzlich Zahnfehlstellungen oder gar Schlimmeres entwickeln. Dann ist „das Geschrei groß“ und die Suche nach dem vermeintlich Schuldigen geht los. So können wir Opus später mit geprüfter und gesunder Nachzucht als Deckrüden anbieten, das ist im Interesse aller Züchter, die ihn nutzen wollen und in seine Nachzucht viel Hoffnung stecken.

 

 

 
< zurück   weiter >
 
 
 
Hauptmenü