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Massachusetts 2007 PDF Print E-mail
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Massachusetts 2007
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Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich in Frankfurt gelandet bin, habe ich mir so meine Gedanken gemacht, dass dieser Reisebericht im Vergleich zu dem vor 5 Jahren ja doch erheblich langweiliger werden würde. Bis auf die paar kleinen Problemchen war alles glatt verlaufen. Velvet würde gleich ihre neue Heimat betreten, wir würden nett im ICE nach Hannover fahren, wo wir bereits erwartet und nach Hause gefahren werden würden. Dachte ich. Aber man soll ja lieber nicht denken und irgendwie war diese Reise bisher nicht gerade typisch für mich verlaufen--- einfach zu glatt. Dass sich dieser Umstand noch erheblich ändern würde und der Reisebericht noch regelrecht dramatische Züge annehmen würde, meine Nerven blank und ich wegen Urkundenfälschung mit einem Bein im Gefängnis, das war um 12.12 Uhr am 10. Dezember 2007 nicht annähernd abzusehen…

 

Aber der Reihe nach: Ich bin schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem guten Deckrüden, um im nächsten Jahr mit einer meiner Hündinnen zum Decken in die USA zu fahren. Im Verlauf dieser Suche stieß ich irgendwann auf den Kennel „Special Collies“. Einer der Rüden gefiel mir ganz besonders: Special Velvet Teddy Bear, genannt Ruben. Ich trat in Kontakt mit der Züchterin Laura LaBounty und wir tauschten jede Menge Infos aus. Sie erzählte mir, dass sie gerade einen Wurf von Ruben liegen hatte, nur eine Woche älter als mein eigener Wurf von Hazel. Leider waren schon alle Rüden vergeben. Ich schenkte dem Wurf keine Beachtung mehr, da ich ja eigentlich auf der Suche nach einem Deckrüden war, und nicht nach einem Welpen. Als Laura dann am 4. November ihre HP aktualisierte, bot sie auch die noch verbliebenen drei Hündinnen aus dem Wurf zum Verkauf an. Die ersten beiden ganz niedlich, aber keine Überflieger. Doch dann sah ich ein Bild von der dritten Hündin:

 

image045.jpg

 

WOW!! Was für ein Kracher! Der Gesichtsausdruck, die Knochenstärke und dieser selbstbewusste Blick in die Kamera, dazu noch eine dicke breite weiße Schnute mit großer Blesse--- genau mein Typ Hund! Ich überlegte nur 5 Sekunden (wenn überhaupt so lange) und ließ dann die Tasten meiner Tastatur glühen—ich wollte diese schöne Hündin so gerne für unsere Zucht gewinnen. Laura hatte allerdings ganz klar im Internet erwähnt, dass diese Hündin nur an einen erfahrenen Aussteller und Züchter abzugeben wäre. Klar, der Hund sollte auf Ausstellungen Werbung für Special Collies machen, was bei der Qualität auch zu erwarten wäre. Würde sie die Hündin auch nach Europa verkaufen? Weit weg, wo der Hund weder durch gute Nachzuchten, noch durch Ausstellungserfolge im eigenen Land Furore machen kann? Ich war mir da nicht so sicher… Es dauerte zwei Tage, bis Laura antwortete. Das waren verdammt lange zwei Tage! Ich gab die Hoffnung schon auf. Dann kam die mail, in der sie sagte, dass sie die Hündin gerne mit sog. co-ownership abgeben möchte, wo sie Mitbesitzer bleibt und den Hund auch mal für einen Wurf einsetzen kann. Das wäre bei mir nicht möglich. Unabhängig davon könnte sie den Welpen nicht unter einer stattlichen Summe (die hier lieber ungekannt bleibt) abgeben. Also in den sauren Apfel beißen, Konto plündern und zurück mailen, dass ich gerne bereit bin den Preis zu zahlen und selber nach Boston fliegen möchte, um den Welpen abzuholen. Ich wollte unbedingt die Eltern des Hundes, sowie den Kennel und die Aufzuchtbedingungen kennen lernen. Ich bin da ziemlich kritisch und einen verschüchterten, schlecht sozialisierten Welpen würde ich letztendlich lieber dort lassen. Auch der allgemeine Gesundheitseindruck ist wichtig, Papier ist geduldig und es ist schon so manch angeschlagener Welpe über den großen Teich geflogen und hat seinem neuen Besitzer viel Kummer und Probleme bereitet. Es ist IMMER wichtig, einen Hund VORHER in Augenschein zu nehmen, bevor man ihn kauft. Das gilt gerade für Hunde aus Amerika, ich würde mir niemals einen Hund auf blauen Dunst hin schicken lassen. Das Risiko ist einfach zu groß.

 



 
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